Das aktuelle Schuljahr in Berichten

MUCHAS GRACIAS Y ADIÓS!

Wie jedes Jahr ging auch dieser Gegenbesuch unserer spanischen Austauschpartner in Neustadt viel zu schnell zu Ende. Alle Teilnehmer waren rundum zufrieden und wir hatten den Eindruck, dass unsere Paare diesmal wirklich sehr gut zusammen gepasst haben. Die spanischen Schülerinnen und Schüler wurden sehr herzlich in den deutschen Familien aufgenommen und haben ihren Aufenthalt sehr genossen. Umso trauriger war heute der Abschied von ihnen, denn in dieser Woche haben alle  gemeinsam viel erlebt. Es gab spannende Exkursionen nach Celle und Hameln, die gemeinsamen Nachmittage im Hause der Gasteltern und auch das Wochenende in den Familien. Denen sei insbesondere an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für ihr Engagement und die herzliche Aufnahme der spanischen Schülerinnen und Schüler gedankt. Wir denken, so hat auch dieser Austausch wieder ungemein viel zum gegenseitigen Kennen- und Schätzenlernen beigetragen und wir hoffen, dass möglichst viele Kontakte bestehen bleiben. 

Muchos saludos a Guernica!

Der lange Weg eines Schülerwettbewerbes

Simone Wengel, Maj Demant und Lydia Voogd haben im Jahre 2008 zu den drei Gewinnern gezählt, die von der Stadt Neustadt ausgewählt wurden, weil ihr Denkmal Entwurf zur Erinnerung an die aus Neustadt vertriebenen und zum Teil ermordeten Juden von einer Reihe von 30 Entwürfen besonders geeignet schien, in der Neustädter Innenstadt realisiert zu werden.
Die Initiative ging damals von einer Erinnerungsgruppe „Weiße Rose“, dem Arbeitskreis Regionalgeschichte, der Liberalen Jüdischen Gemeinde in Hannover und dem Gymnasium Neustadt aus. Hier hatten die Lehrer Nicole Neumann, Oxana Wildmann, Birgit Boelk und Claus Crone, Stefan Koch und Gundula Fechner als Religions, Kunst- und Geschichtslehrer einen Wettbewerb begleitet, der zu den Entwürfen führte.
Der Bordenauer Designer Jacek Pawlowski verarbeitete den Entwurf zu drei ineinander verkanteten Stahlplatten, die verdeutlichen sollen, dass die Geschichte des Judentums trotz der Brechungen auch mit Neustadt verbunden bleibt.
Unmittelbar nach dem Ende des Wettbewerbes ging die politische Mehrheit für die Errichtung des Denkmals verloren, die Gruppe Weiße Rose löste sich auf, die gesammelten Gelder wurden in eine andere Erinnerungsaktion „Stolpersteine“ gelegt. Vor den Häusern der Vertriebenen sind inzwischen schon 12 bronzene Pflastersteine gelegt worden, die in diesem Jahr noch einmal um 7 weitere ergänzt werden. Die Forschungen des Arbeitskreises „Regionalgeschichte“ haben die Wohnorte durch besondere Recherchen jetzt ausfindig machen können.
Aufgrund einer neuen Initiative von Ute Lamla und Heidi Sommer hat der Ortsrat Neustadt beschlossen, eine gesellschaftliche Aktion zu starten, die Gelder für den Bau des Denkmals zusammen zu bekommen. Inzwischen haben Kirchen, Vereine, Stiftungen  und Einzelspender die Summe zusammen aufgebracht. Der Land-Art-Künstler Frank Nordiek ist beauftragt worden, den Entwurf umzusetzen.
Am 4. November um 15.00 Uhr wird das Denkmal am Ort „Zwischen den Brücken“ eingeweiht werden. An dieser Stelle haben am 10. November 1938 Jugendliche der Stadt Neustadt unter Anführung der SA den jüdischen Leichenwagen gemeinsam mit heiligen Schriften, u.a. mit der um den Leichenwagen gewickelten Thora-Rolle verbrannt. Hiermit wollte die NS-Regierung zum Ausdruck bringen, dass alles Jüdische aus unserer Mitte verschwinden solle. Das Mahnmal hat darauf 80 Jahre später eine Antwort:
Diejenigen, die vergessen und ausgelöscht werden sollten, erhalten ihre Namen und damit ein stückweit auch ihre Würde wieder zurück. Denn eine Gesellschaft, die Menschen ihrer Würde beraubt, zerstört jede Grundlage des menschlichen Zusammenlebens.